Helfen wollen

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 03. November 2012 19:21

Helfen wollen

aus: www.muschel.net geschrieben von der Herausgeberin dieser Seite Constanze Tofahrn-Lange

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"Meine Freundin / Schwester / Bekannte / Nachbarin / Kollegin / Tochter und ihr Mann / Partner / Freund haben ihr Baby verloren. - Was kann ich tun?"

Diese Frage wird (mir) immer wieder gestellt, daher widme ich diesem Thema eine Seite.

Was weh tut

Sprüche, Floskeln wie...


... trösten nicht, sie verletzen nur noch mehr.

Weitere Sprüche, die sich betroffene Eltern leider viel zu oft hören "müssen":
http://www.stillgeboren.de/Sammlungen/Spruche/spruche.html

Was helfen kann



Es ist schwer, den "richtigen Rat" zu geben, weil es nicht den einen Weg durch die Trauer hindurch gibt.

Vielen hilft es, zu reden - aber nicht allen.
Mir war es damals so unendlich wichtig, alles über Christopher zu erzählen - ganz wenige Menschen haben sich nach ihm, nach seiner Geburt, seinem Aussehen erkundigt.
Nach drei Wochen wollte keiner mehr von meiner Trauer hören...

Was ich noch wichtig finde:

In der ersten Zeit ist man oft sehr instabil.
Heute mag ich nur in Ruhe gelassen werden, für mich alleine sein - morgen brauche, suche ich vielleicht Austausch, möchte ich vielleicht reden, reden, reden...
Nur - dann habe ich vielleicht allen gesagt, ich mag nicht reden, und keiner hört mir zu...

Vereinbart mit den Eltern eines Sternenkindes, dass ihr sie täglich - oder alle zwei, drei Tage - anruft.
In der Trauer ist man oft wie gelähmt, da fällt es oft schon schwer, zum Telefonhörer zu greifen und von sich aus Hilfe zu holen.


Wenn der Abschied noch bevorsteht

Nach vielen Hinweisen von betroffenen Eltern und aufgrund meiner eigenen Erfahrungen habe ich den *Abschied vom Kind* erstellt.
Er ist auf der *Muschel* im Netz (http://www.muschel.net/?q=node/43) und kann auch als *.pdf-Dokument downgeloadet werden (http://www.muschel.net/files/download/abschied_vom_kind.pdf).

Es gibt nur den einen Abschied, unwiderruflich.
Es ist so wichtig, dabei alles zu tun, wonach man sich sehnt.
Was man versäumt, ist nicht nachholbar, wird einem immer oder zumindest eine lange Zeit fehlen.


Medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch

Möglicherweise ist nach einem schlimmen Befund aus der Pränataldiagnostik die Broschüre "Schlechte Nachrichten nach vorgeburtlicher Diagnostik - Eine Begleitschrift für Frauen und Paare, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen." hilfreich.
Sie wurde herausgegeben vom "Verein zur Förderung psychosozialer Aspekte der Humangenetik e.V.".
Weitere Infos sind auf der Seite http://www.vpah.de/ (unter dem Punkt "Aktivitäten") (http://www.vpah.de/brosch.pdf).


Ich wünsche euch viel Kraft bei der Begleitung der Sternenkinder-Eltern - bei der Begleitung eurer Freundinnen, Schwestern, Bekannten, Nachbarinnen, Kolleginnen, Töchter und ihrer Partner!


Constanze Tofahrn-Lange