Sternenkinder Homburg

Frühe Fehlgeburt

Wenn euer Kind in den ersten 12 - 13 Schwangerschaftswochen verstorben ist, wird i.d.R. eine Ausschabung gemacht. Die Ausschabung wird meistens in einem Krankenhaus als ambulante Operation durchgeführt. Manche niedergelassenne Frauenärzte machen die Ausschabung bei ihren Patientinnen auch selbst. Es gibt aber auch den natürlichen Weg, den ich unten kurz erkläre.

Hier findet ihr die Anzeichen für eine Fehlgeburt.

Wenn die Mutter nicht stark blutet oder Fieber hat, besteht kein Zwang sofort zu handeln. Überlegt erst einmal für euch (und mit dem behandelnden Frauenarzt oder einer Hebamme), geht noch einmal nach Hause -  lasst euch nicht gleich von der Krankenhausroutine überrollen!

Eine Ausschabung unter Narkose ist nicht in allen Fällen notwendig! Unter ärztlicher Kontrolle kann die Frau auch zu Hause bleiben und das natürliche Ende abwarten. Auch dies kann der für sie richtige Weg sein. Fragt bei eurem Arzt nach! Aber auch in diesem Fall können euch einige der Ratschläge unten dabei helfen, den eigenen Weg des Abschieds zu finden.

 

Abschied nehmen


Das Allerwichtigste: Lasst euch sich bei allem die Zeit, die ihr braucht! Überstürzt nichts!

 

Fragt nach, ob der Partner bis zur OP bei Ihnen bleiben darf. Oft gibt es Wartezeiten auf einem Zimmer, die als sehr beängstigend erlebt werden können.

Vielleicht besteht die Möglichkeit, mit einer Hebamme zu sprechen. Fragt bei den Schwestern der Station nach.

Keine Scheu die Klinikseelsorge zu rufen! Auch am Wochenende gibt es eine Rufbereitschaft. Fragt bei den Schwestern nach!

Hattet ihr schon einen Namen für Ihr Kind? Vielleicht hattet ihr ja eine Vorahnung, einen Traum oder einen Wunsch - auch wenn das Geschlecht unbekannt ist, hilft ein Name bei der Trauerverarbeitung sehr.

Versucht euch kleine Erinnerungen zu schaffen

Fragt nach einem letzten Ultraschallbildausdruck!

Wenn ältere US-Bilder gemacht wurden, fragt  nach, ob ihr diese in Kopie bekommen könnt!

Vielleicht hat die Station ja eine Gedenkkarte für Ihr Kind und gibt diese gerne an euch weiter. Fragen mal nach!

Leider könnt ihr euer Kind in den meisten Fällen nach einer Ausschabung nicht ansehen, da es dabei verletzt wird – wenn ihr dennoch den Wunsch verspüren, fragt den behandelnden Arzt, ob Ihr Kind vielleicht doch unverletzt bleiben kann und ihr es ansehen könnt. Das kann bei Ihrer Trauerverarbeitung sehr hilfreich sein!

Ihr könnt euer Kind segnen lassen – vom Klinikseelsorger oder vom Geistlichen eurer Wahl!

Euer Kind und das Gewebe, das bei einer Ausschabung entssteht, wird in der Regel pathologisch untersucht; das Krankenhaus hat Dokumentationspflicht. Wenn ihr eine solche Untersuchung nicht wünscht, sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt in der  Klinik gleich darauf an. Normalerweise wird keine genetische Untersuchung durchgeführt (erst ab der 3. Fehlgeburt in Folge). Wenn ihr das jetzt schon wollt (z.B. um Erbkrankheiten auszuschliessen), sprechen Sie mit einem Arzt darüber.

Überlegt euch sich, wie ihr euer Baby bestatten möchtet. Dies ist in der Uniklinik Homburg in allen Fällen unabhängig von der SSW möglich! Es gibt hierzu ein Infoblatt der Klinik, das ihr anfordern solltet, wenn es euch nicht sofort ausgehändigt wird. Besonders bei den ganz kleinen fehlgeborenen Kindern ist ohne das Bestattungsblatt keine Bestattung des Kindes garantiert! Fordern Sie es daher von den Schwestern! Näheres zur Bestattung siehe hier.

Ihr könnt auch ein Särgchen selbst gestalten. Ihr könnt dazu z.B. eine Spandose bemalen.

Vielleicht möchtet ihr eurem Kind ein kleines Geschenk mitgeben wie eine Blume, einen Brief oder ein Bild von euch.

Nehmen Sie Ihre Familie zur gemeinschaftlichen Beisetzung mit! Den nächsten Termin erfahren Sie hier.

Für die Zeit danach: Auch wenn Sie Ihr Kind schon so früh verloren haben ist – Sie haben das Recht zu trauern! Die Gefahr zu Verdrängen ist groß, wenn die Gesellschaft der Trauer um die ganz kleinen Kinder keinen Raum einräumen will. Wir raten Ihnen auf jeden Fall auf die Ihnen angemessen erscheinende Weise von Ihrem Kind Abschied zu nehmen – sei es durch einen ganz persönlichen innerlichen Abschied, durch den Besuch der jährlich stattfindenden Trauerfeier oder ein eigenes Abschiedsritual.

Sie haben ein Recht auf Nachsorge durch eine Hebamme!

Bei Fragen und Problemen können Sie sich euch jederzeit an die Klinikseelsorge oder an den Gesprächskreis Sternenkinder wenden!


Nachsorge durch eine Hebamme

Nach einer Totgeburt (Kinder über 500g) haben Sie einen Anspruch auf Nachsorge durch eine Hebamme, genau wie bei einem lebend geborenen Kind. Dieses Recht haben Sie ebenso bei einer Fehlgeburt (Kind unter 500g), NICHT ABER, wenn Sie Ihr Kind durch einen Schwangerschaftsabbruch verloren haben! Die Hebammen wollen dies ändern lassen, aber soweit ich weiß, ist das noch nicht durch.Schaut auch mal hier.

 

Buchprojekt Klaus Schäfer

Beachtet auch Klaus Schäfers Buchprojekt für Eltern, die ein Kind in den ersten zwölf Wochen verloren haben! Die Mitarbeit daran kann eine grosse Bewältigungshilfe sein!