Sternenkinder Homburg

Trauer verstehen

Geheimnisvolles Land der Trauer

Trauer ist der Schmerz der Zurückbleibenden. Sie erschreckt, tut weh und kann zu Boden drücken. Aber sie ist notwendig.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, hat man das Gefühl, es könne nicht angehen, dass die Welt sich weiterdreht. Doch alles geht seinen Weg. Die Welt dreht sich einfach weiter und der Zurückbleibende muss mit der Empfindung der Trauer umzugehen lernen.
Trauer ist der Schmerz der Zurückbleibenden.
Trauer ist sicher so unterschiedlich und in vielen Facetten möglich wie das Leben selber...
Unter Trauer sind die psychischen Reaktionen zu verstehen, die nach dem Verlust eines nahe stehenden Menschen durch dessen Tod auftreten können. Trauer ist keine Krankheit, sondern eine lebenswichtige Reaktion. Sie gehört zum Leben und zur Abschiednahme. Trauer ist bereits ein Teil der Verarbeitung eines Verlusts. Sie wird von jedem individuell erlebt. Der Trauer muss Raum und Zeit gegeben werden. Sie sollte nicht verdrängt werden, denn es ist eine unter Ärzten und Psychologen anerkannte Tatsache, dass unverarbeitete Trauer zu Krankheiten und seelischen Schäden führen kann. Deshalb sollte man einem Trauernden seine eigene Art des Trauerns lassen. Es gibt kein "falsches" oder "richtiges" Trauern.
Trauer äußert sich in Form von körperlichen Reaktionen und Verhaltensweisen, die von den Einstellungen des Einzelnen zum Tod abhängen, aber auch von der Einstellung der Gesellschaft zum Umgang mit Tod und Trauer beeinflusst werden.

Zu den mit der Trauer verbundenen Gefühlen gehören
•    Verlassenheit
•    Einsamkeit
•    Hilflosigkeit
•    Beklemmung
•    Wut
•    Angst
•    Zorn
und manchmal auch Erleichterung.

Trauer kann sich jedoch auch körperlich auswirken, und zwar in
•    Müdigkeit
•    Überempfindlichkeit gegen Lärm
•    Muskelschwäche
•    Magenschmerzen
•    Atemnot
•    Schüttelfrost.


Zur Trauer gehören Tränen. Tränen sind der Beginn des Trostes, sie machen uns frei zu neuem Handeln.
Wichtig für die Verarbeitung von Trauer ist es, dass der erlittene Verlust vergegenwärtigt und "verarbeitet" wird. Verzichten Sie deshalb nicht darauf, von Ihrem Verstorbenen Abschied zu nehmen, berühren sie ihn und nehmen Sie ihn ein letztes Mal in den Arm.
Der Bestatter Ihres Vertrauens hilft Ihnen dabei. Er sorgt dafür, dass der Verstorbene hygienisch behandelt wird, dass Sie im Trauerhaus, im Abschiedsraum des Bestatters oder auch auf dem Friedhof den Verstorbenen noch einmal sehen und Zwiesprache mit ihm halten können.

Zitat aus: www.memoriam.de/Trauer-was-ist-das.was-ist-trauer.0.html

Die Phasen einer Trauer

Zeigen wir den Trauernden, dass wir ihnen nicht aus dem Wege gehen und ihnen helfen wollen - auch wenn wir selbst möglicherweise unsicher sind.
Zeigen wir den Trauernden, dass wir ihnen nicht aus dem Wege gehen und ihnen helfen wollen - auch wenn wir selbst möglicherweise unsicher sind.

Generell lässt sich sagen, dass Trauer durch ganz bestimmte Phasen gekennzeichnet ist.

Zuerst erlebt der Trauernde ein Gefühl des Nicht-wahr-haben-Wollens, er fühlt sich wie erstarrt und gelähmt. Es ist eine Phase des Schocks, der Betroffene ist oft zu keinen Gefühlsregungen fähig. Diese abwehrende Reaktion ist ganz natürlich und dauert meist nur eine relativ kurze Zeit. Wird der Zustand nicht überwunden und wird weiterhin das Eingetretene geleugnet, spricht man im Allgemeinen von einer "Behinderung der Trauer", die zu ernsthaften Störungen führen kann.

Darauf folgt die zweite Trauerphase - das ist die Zeit, in der der Trauernde zuerst die organisatorischen Vorbereitungen zum Beispiel der Bestattung zu erledigen hat, welche ihn von seinem Schmerz ablenken. Wenn daraufhin wieder Ruhe einkehrt, bricht oftmals das Gefühlschaos aus: Angst, Wut, Schuldgefühle und sogar Zorn auf den Verstorbenen ("Wie konntest Du mich nur alleine lassen!") erschrecken nicht nur den Trauernden. Doch sollten diese Gefühle niemanden erschrecken, nicht den Trauernden selbst noch seine Angehörigen und Freunde, denn diese Emotionen sind eine wichtige Reaktion der Psyche auf diese Ausnahmesituation.

Anschließend - in der dritten Trauerphase - erlebt man oft einen Rückzug des Trauernden auf sich selbst. Sicherlich ist dies eine sehr anstrengende Phase der Trauer, in der Freunde und Angehörige besonders gefordert sind. Der Trauernde stirbt einen symbolischen Tod (apathisches Verhalten, das eigene Ich ist in seiner ganzen inneren Organisation betroffen).

Die letzte Phase der Trauer wird bestimmt durch eine Neuorientierung des Trauernden, der sich nun wieder den Anforderungen des Lebens stellen kann - und es auch will.

Es gibt kein Rezept gegen den Schmerz der Trauer und es sollte auch niemand versuchen, seine Art zu trauern für die einzig Richtige zu befinden.

Wenn uns an denen liegt, welche sich in einer Trauer befinden, und wir helfen möchten, dann sollte diese Hilfe konkret angeboten werden - und sei es nur durch kleine Aufmerksamkeiten.

Zeigen wir den Trauernden, dass wir ihnen nicht aus dem Wege gehen und ihnen helfen wollen - auch wenn wir selbst möglicherweise unsicher sind.


Zitat aus: www.memoriam.de