Sternenkinder Homburg

Wie erkläre ich es dem Geschwisterkind?

Auszug der Seite:

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Im Akutfall


Falls Sie ganz konkret in der Situation sind, dass Sie Ihrem Kind sagen müssen, dass eine nahestehende Person gestorben ist, helfen vielleicht folgende Anregungen:

  • Nehmen Sie Ihr Kind zur Seite und sorgen Sie für eine möglichst ungestörte Umgebung.
  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm etwas sehr sehr Trauriges mitteilen müssen.
  • Sprechen Sie in klaren, einfachen und kurzen Sätzen.
Beispiel: “Dein Onkel Herbert ist heute vormittag gestorben”.
  • Sprechen Sie direkt danach über Ihre eigene Betroffenheit.
Beispiel: “Ich bin darüber auch sehr sehr traurig”.
  • Warten Sie dann erst einmal ab, wie Ihr Kind darauf reagiert.
  • Weinen Sie gemeinsam, nehmen Sie Ihr Kind in den Arm, trösten Sie sich gegenseitig.
  • Fragen Sie Ihr Kind nach einer Weile, ob es möchte, dass Sie erzählen, was passiert ist.
Falls ja, erzählen Sie wieder in aller Ruhe, kindgerecht und verständlich.
  • Erklären Sie vor allem jüngeren Kindern, was “tot sein” bedeutet.
Beispiel: “Onkel Herbert ist tot. Er atmet nicht mehr, sein Herz schlägt nicht mehr, er reagiert nicht mehr,   wenn man ihn anspricht oder anfasst. Er kann nicht mehr gehen, er wird Dich nie wieder in den Arm nehmen können, er wird nie wieder mit Dir spielen können”.
  • Geben Sie Ihrem Kind die wichtigsten Informationen über die Umstände des Todes.
Falls es sich um eine Krankheit gehandelt hat, erklären Sie den Unterschied zu dem, was Kinder mit Krankheiten verbinden (z.B. Erkältung). So können Sie deutlich machen, dass es viele leichte Krankheiten gibt, bei denen man wieder gesund wird, dass es aber auch seltene und sehr schwere Krankheiten gibt, an denen man auch sterben kann.

Verschweigen Sie keinesfalls die Tatsachen, falls es sich um einen Suizid handelt.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, wie es jetzt weitergeht, was als Nächstes gemacht wird.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Abschiednehmen (siehe auch nächste Seite).
  • Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, etwas zu tun (z.B. Kerze aufstellen etc.). Kinder sind “Weltmeister im Trösten”. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es gut tut, sich gegenseitig zu trösten.
  • Versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie für es da sind und dass Sie es gemeinsam schaffen werden, mit dem Ereignis umzugehen.
  • Geben Sie Ihrem Kind die Erlaubnis, zu spielen, zu toben oder etwas anderes zu machen, was das Kind gerne machen möchte.
  • Sprechen Sie bei Gelegenheit auch darüber, was mit den Verstorbenen geschieht (z.B. Aufbahrung) und wohin sie kommen (Beerdigung / Friedhof).
  • Es kann hilfreich sein, dass Sie Ihrem Kind beschreiben, dass es sowohl Körper (die Hülle) und Seele gibt - und dass nur der Körper stirbt und dieser begraben wird. Was dann mit der Seele geschieht, können Sie anhand Ihrer eigenen Vorstellung bzw. der eigenen religiösen Einstellung erklären. Fragen Sie Ihr Kind, was es selbst darüber denkt.
  • Wundern Sie sich nicht und akzeptieren Sie es, wenn Ihr Kind trotz des Todesfalles möglichst bald wieder vertraute Dinge machen möchte (z.B. Schaukeln, Freunde treffen, am Training teilnehmen). Kinder brauchen Distanz und vertraute Abläufe.
  • Informieren Sie die Schule bzw. den Kindergarten über das Ereignis. Weisen Sie die dortigen Lehrkräfte / Betreuer ggf. auch auf die entsprechenden Informationen über den Umgang mit trauernden Kindern hin bzw. drucken Sie diese aus und geben Sie diese weiter.
  • Zeigen Sie Ihre eigenen Trauerreaktionen auch vor Ihrem Kind! Erklären Sie, warum Sie traurig sind und weinen. Erklären Sie auch, dass das Weinen entlastet und es Ihnen danach meistens besser geht. Ermutigen Sie Ihr Kind, selbst jederzeit traurig sein zu dürfen. Erklären Sie auch, dass jeder anders trauert und dass es in Ordnung ist, wenn man nicht vor den anderen weinen will.
  • Sorgen Sie für sich und Ihr Kind. Denken Sie an die wichtigen Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Bewegung und Schlaf. Lassen Sie sich hierbei helfen!


Speziell für die Akutsituation gibt es Oliver Junkers Buch “Und plötzlich ist alles anders”

Weiterlesen - Wie Kinder trauern

Obduktion

Das Thema Obduktion (pathologische Untersuchung einer Leiche) ist ein sehr emotionales - obwohl es eigentlich um das rationale Erfassen der Todesursache geht.

Ich wollte damals auf keinen Fall eine Obduktion meiner Tochter Elisabeth - aber es war ja auch offensichtlich, warum sie sterben musste. Ich fühlte nur als Mutter - ich wollte nicht, dass dem kleinen Körper noch "etwas angetan" würde, ich wollte, dass ihr kleiner Körper unangetastet bliebe, unversehrt auch im Tod. Ich glaube diesen Gedanken haben viele Eltern. Ja, vor dem Gespräch mit einem Kinderarzt war ich vehemente Obduktionsgegnerin, befürchtete sogar, dass Obduktionen auch gegen das Einverständnis (oder das nicht eingeholte Einverständnis) der Eltern durchgeführt würden. Meine Meinung sollte sich wandeln.

Jedes Elternteil sollte für sich überlegen, ob es genau wissen möchte, woran das Kind gestorben ist. Es kann eine enorme Erleichterung sein, das zu wissen. So kann man Selbstvorwürfen, die nie ausbleiben, logisch entgegen treten. Ausserdem kann natürlich das Ergebnis einer Obduktion auch für ein später heranwachsendes Geschwisterkind von Bedeutung sein. Und - mit jedem nicht untersuchten Kind gehen wertvolle Informationen verloren - sowohl für die Ärzte, als auch für die Eltern, als auch für andere kranke Kinder! Ich glaube, eine Obduktion wird auch vielfach abgelehnt, weil die Eltern im ersten Moment unter Schock stehen und die oben beschriebenen elterlichen Gefühle zum Tragen kommen - wir wollen unser Kind auch nach dem Tode schützen ... aber leider tauchen später dann oft Fragen auf, die nun nicht mehr beantwortet werden können. Mit den fragenden Eltern sind dann die Kinderärzte konfrontiert, können nun aber zu ihrem eigenen Bedauern den Eltern keine Antworten mehr geben.

Die rechtliche Lage im Saarland:

Wird einer Obduktion nicht binnen 12 Stunden widersprochen, so geht der Gesetzgeber davon aus, dass die Obduktion gewünscht ist!

Dies bedeutet: Wenn die Eltern gefragt werden, ob sie eine Obduktion wünschen und dann nicht eindeutig widersprechen, kann ihr Kind nach 12 Stunden auch ohne ihre ausdrückliche Einwilligung obduziert werden (s.u.). Praktisch wird dies aber an der Uniklinik in Homburg niemals so gehandhabt, wie mir ein Kinderarzt versicherte. Ohne ausdrückliches Einverständnis der Eltern wird keine Obduktion angeordnet. Trotzdem ist es gut, dass man um diese Frist weiss. Das ist die gesetzliche Regelung im Saarland - in anderen Bundesländern gibt es andere Regelungen!

Bei unklarer Todesursache würde ich mittlerweile jedem Elternpaar eher zu einer Obduktion raten. Lasst euch gut beraten, wie eine Obduktion abläuft, wie lange diese dauert, wie das Kind nachher aussieht, ob man es noch anschauen kann, ob Organe zurückbehalten werden (auf die ihr kein Bestattungsrecht habt)  - redet vielleicht mit dem obduzierenden Arzt selbst, um zu sehen, dass euer Kind in guten Händen ist. Und entscheidet erst dann! Ihr müsst diese Entscheidung noch nicht am Todestag selbst treffen, ein wenig Zeit ist schon (Ich glaube bis zu 7 Tagen - aber ohne Gewähr!).

Lasst euch auf jeden Fall genug Zeit, um euch vorher von eurem Kind zu verabschieden!

Anika Müller

Wenn ich hier etwas falsch beschrieben haben sollte, wäre ich dankbar um Rückmeldung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Allgemeine Vertragsbedingungen (AVB)
des
UNIVERSITÄTSKLINIKUMS DES SAARLANDES


§ 14
Obduktion
(1) Die innere Leichenschau einschließlich der erforderlichen
Untersuchungen ist Teil der Qualitätssicherung und dient der
Überprüfung ärztlichen Handelns im Hinblick auf Diagnose,
Therapie und Todesursache, der Lehre und der Aus-, Fort- und
Weiterbildung, der Epidemiologie, der medizinischen Forschung
sowie Begutachtung.
(2) Die Obduktion ist zulässig, wenn der verstorbene Patient schriftlich
in die Obduktion eingewilligt hat. Ist ein entgegenstehender Wille
des Verstorbenen nicht bekannt, ist die Obduktion zulässig, wenn
seine jeweils nächsten Angehörigen im Sinne des Abs. 3 schriftlich
eingewilligt haben oder nach dokumentierter Information über die
beabsichtigte Obduktion und die Folgen einer nicht durchgeführten
Obduktion kein Widerspruch eines Angehörigen gemäß abs. 3
innerhalb von 12 Tagesstunden erfolgt. Maßgeblich sind nur
Tagesstunden zwischen 7 und 22 Uhr. Bei mehreren Angehörigen
genügt es, wenn einer von ihnen beteiligt wird und ein Entscheidung
trifft, es ist jedoch der Widerspruch eines jeden von ihnen
beachtlich.
(3) Nächste Angehörige des Verstorbenen in Sinne des Abs. 2 sind in
der Rangfolge ihrer Aufzählung die Ehegattin, der Ehegatte, die
eingetragene Lebenspartnerin, der eingetragene Lebenspartner, die
Partnerin/ der Partner mit der / dem die / der Verstorbene in einer
auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelebt
hat, die volljährigen Kinder, die Eltern, die volljährigen Geschwister,
volljährige Enkelkinder sowie die Großeltern.
(4) Eine Obduktion ist durchzuführen, soweit diese von der zuständigen
Behörde aufgrund gesetzlicher Ermächtigung angeordnet wird.
(5) Die Obduktion ist unter Beachtung der Ehrfurcht vor dem toten
Menschen vorzunehmen und auf den notwendigen Umfang zu
beschränken.

§ 21
Inkrafttreten
Diese Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB) treten am
01. April 2008
in Kraft. Gleichzeitig werden die Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB)
vom 01. Januar 2003 aufgehoben.
Homburg/Saar den 01. April 2008
Der Vorstand


Link: Allgemeine Vertragsbedingungen (AVB) des UNIVERSITÄTSKLINIKUMS DES SAARLANDES

 

interessante Artikel zum Thema Obduktion:

Deutsches Ärzteblatt

Bundesärztekammer

 

Wie sieht mein Kind aus?

Die meisten Eltern haben große Angst davor, wie ihr totes Kind aussehen wird.
Meist fragen sie sich schon lange bevor es geboren wird, ob sie es anschauen wollen oder lieber doch nicht.  Sie haben Angst, vom Aussehen des geliebten toten Kindes abgestoßen zu sein. Und welches liebende Elternteil könnte sich dies verzeihen! Manch eine Mutter und manch ein Vater wird sich vielleicht denken, dass er lieber das fiktive Bild seines Kindes im Kopf behalten möchte, als von der Wirklichkeit erschreckt zu werden. Nicht wenige Eltern bekommen bestimmt von ihrer (älteren) Verwandtschaft zu hören, dass man sich "das" doch nicht anschauen kann!

Liebe Eltern,

ich möchte mein Wort direkt an sie wenden: Es ist völlig natürlich, diese Ängste zu haben – auch ich selbst hatte sie und wusste bis kurz nach der Geburt nicht, ob ich meine Tochter, die erst 20 Wochen wachsen konnte und eine große Fehlbildung hatte, überhaupt sehen will. Aber als sie geboren war, wusste ich, dass ich nicht würde gehen wollen, ohne sie gehalten zu haben und verlangte sie sofort. Ich habe dies nie bereut, im Gegenteil, ich hätte es bereut, hätte ich sie NICHT gesehen! Es gibt nur diese eine Möglichkeit.

Ich war vollkommen fasziniert von ihr, auch wenn sie natürlich ein unfertiger kleiner Mensch war und wenig Ähnlichkeit mit einem Baby hatte – der ganze Speck fehlte ja noch! Sie war etwas länger als meine Hand und rot. Die rote Farbe kam daher, dass ihre Haut ja noch sehr dünn und durchscheinend war. Trotzdem konnten mein Mann und ich nicht umhin festzustellen, dass sie die Nase und den Mund meines Mannes hatte … und Handlinien in der winzigen Hand und klitzekleine Fingernägel! Ich hätte so gerne ihre Augen gesehen, aber die Lider hatten sich noch nicht geöffnet. Die schwere Fehlbildung hat mich überhaupt nicht interessiert und hätte ich nicht Bilder davon, ich könnte mich nicht mehr daran erinnern, weil sie so unwichtig war.
Es ist tatsächlich so, die Augen der Liebe sehen anders und behalten das Schöne im Blick, während das andere in den Hintergrund tritt. Ich persönlich kenne niemanden, der es bereut hat, sein Kind gesehen zu haben.

Eines weiß ich aber sicher: Ich hätte es mir nur schwer verziehen, Elisabeth NICHT angesehen zu haben. Schließlich ist sie mein Kind. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass das alptraumhafte Gefühl in meiner Trauerzeit sich noch verstärkt hätte, wenn ich nicht meinen persönlichen Abschied von ihr genommen hätte. Ich habe sie gesehen, ich habe gesehen, dass sie da war und nun tot ist. Es ist nicht, als wäre sie nie dagewesen. Sie war da in meinem Bauch und nun ist sie fort und mein Bauch leer. Ich glaube dies seelisch zu begreifen fällt viel leichter, wenn die Eltern ihr Kind sehen können. Ich rate es jedem!

Aber: Wenn Sie es nicht übers Herz bringen, nach Ihrem kind zu sehen, ist das auch vollkommen in Ordnung. Jeder verarbeitet seine Trauer so, wie sie am besten verkraftet wird. Vielleicht ist es wirklich zuviel für Sie in dem Moment. In dem Fall würde ich Ihnen raten, einen anderen lieben Mneshcen zu bitten Ihr Kind anzusehen und Bilder zu machen. Wenn Sie die Schwwestern oder die Hebamme danach fragen, wird Sie das auch für Sie übernehmen. Vielleicht können Sie sich Ihr Kind von jemand beschreiben lassen und entscheiden sich dann doch noch einmal anders. Sie haben genügend Zeit dazu! Ich begleite Sie gern, wenn Sie in der Frauenklinik Homburg/Saar liegen - hier sind meine Kontaktdaten.
In meiner Zeit als trauernde Mutter und auch im Gesprächskreis habe ich schon viele tote Kinder gesehen. Kein Anblick hat mich je entsetzt oder abgeschreckt – es sind die geliebten Kinder, die nicht leben durften, ja oft nicht einmal fertig wachsen durften. Sie rühren mein Herz und am liebsten würde ich jedes von ihnen im Arm gehalten haben …

Meine Tochter Elisabeth - 20 Schwangerschaftswochen alt

Wo kommt mein Kind hin?

Liebe Eltern,

in dieser Rubrik möchte ich Ihnen erklären, was in der Uniklinik Homburg/Saar mit Ihrem verstorbenen Kind passiert und wie die Möglichkeiten der Bestattung hier konkret umgesetzt werden können. Diese Informationen bekommen Sie in der Klinik ebenfalls ausgehändigt. Auf einem Formular, das Sie mit diesen Informationen bekommen, können Sie Ihren Bestattungswunsch ankreuzen. Dieses Formular geht mit Ihrem Kind von Station zu Station und wird ausserdem parallel sowohl an die Klinikseelsorge als auch an die Pathologiet gefaxt, so dass Sie immer nachvollziehen können, wo sich Ihr Kind gerade befindet. Dies ist besonders für Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 500 g wichtig.


Was passiert mit meinem Kind nach der Geburt?

Zunächst wird Ihr Kind in der Frauenklinik  aufbewahrt und meist frühmorgens in die Pathologie überführt – wie alle Verstorbenen. Wenn Sie Ihr Kind später noch einmal sehen wollen, geben Sie den Schwestern Bescheid, damit es solange in der Frauenklinik bleiben kann! Sie dürfen Ihr Kind in einen von Ihnen gestalteten kleinen Sarg legen. Darin kann es bis zur gemeinschaftlichen Bestattung oder der Abholung durch Sie selbst oder einen Bestatter liegen.

Bestattungsmöglichkeiten:

1.    Gemeinschaftliche Bestattung
2.    Individuelle Bestattung ohne Bestatter
3.    Individuelle Bestattung mit Bestatter

Gemeinschaftliche Bestattung
Ihr Kind kommt in die Pathologie. Falls Sie eine Obduktion wünschen, wird es zunächst untersucht. Wenn Sie keine Obduktion wünschen, kümmert sich Birgit liebevoll um Ihr Kind.
Die gemeinschaftliche Bestattung ist eine Feuerbestattung. Die Einäscherung findet etwa 6 - 8 Wochen vor der Trauerfeier und Beerdigung statt (näheres dazu s.u.). Es entstehen Ihnen keine Kosten.
Die Trauerfeier findet in der Kapelle des Homburger Hauptfriedhofs – i.d.R. am 1. Advent - statt. Ihre Verwandten und Freunde können gerne daran teilnehmen. Nach der Feier wird die Urne bei dem Gedenkstein beigesetzt. Das Grabfeld wird von der Friedhofsverwaltung Homburg gepflegt.

Gemeinschaftliche Bestattung auf einen anderen Grabfeld
Wenn Sie eine Bestattung Ihres Kindes auf einem anderen kostenfreien Grabfeld wünschen, dann können Sie nach Rücksprache mit dem dortigen Krankenhaus, das eigene Sammelbestattungen durchführt, Ihr Kind selbst dorthin bringen oder durch einen Bestatter bringen lassen. Für den Transport brauchen Sie einen kleinen verschließbaren Sarg (s.u.). Eine Liste der möglichen Grabfelder finden Sie hier (Rubrik Bestattung 5. Menüpunkt). 

Sie können sich auch später noch für eine der beiden folgenden Bestattungsmöglichkeiten entscheiden, müssen aber rechtzeitig vor dem Einäscherungstermin mit Birgit Bimperling Kontakt aufnehmen!

Individuelle Bestattung ohne Bestatter
Ihr Kind kommt in die Pathologie und wird dort aufbewahrt. Die Pathologie übergibt Ihnen Ihr Kind, wenn nachgewiesen wird, dass eine „ordentliche Bestattung“ auf einem Friedhof vorbereitet ist. Dies geschieht entweder dadurch, dass der Geistliche, der die Beisetzung gestaltet, mit der Klinikseelsorge oder der Pathologie Kontakt aufnimmt oder dadurch, dass Sie eine Kopie des Kaufvertrags des Grabes von der Friedhofsverwaltung vorlegen. Sie brauchen einen Sarg, die Genehmigung der Gemeinde und einen Totengräber zur ordnungsgemäßen Anlage des Grabes. Sie können Ihr Kind auch bei bereits verstorbenen Angehörigen mit bestatten lassen (Liegefristen beachten!).

Individuelle Bestattung mit Bestatter
Wenn Sie eine reguläre Bestattung wünschen, kommt der Bestatter Ihrer Wahl Ihr Kind in die Pathologie abholen. Einen Sarg können Sie auch dann selbst gestalten (s.u.)


Weitere wichtige Infos:

•  Das folgende gilt insbesondere für nicht-bestattungspflichtige Kinder, die vor der 12. Schwangerschaftswoche durch eine Ausschabung geboren wurden:
Wenn Sie eine Bestattung wünschen (egal, ob Sammelbestattung oder individuelle Bestattung), müssen Sie ausdrücklich darauf bestehen, dass Ihr Kind bestattet wird! Verlangen Sie das Bestattungsformular und füllen Sie es aus! Wenn die Gemeinschaftliche Bestattung gewünscht war, fragen Sie bitte auf jeden Fall bei Birgit Bimperling nach, ob Ihr Kind auch bei ihr in der Pathologie angekommen ist. 
•    Sie können bei der Pathologie einen Obduktionsbericht anfordern – lassen Sie sich diesen von einem Arzt erklären, denn er ist für Laien meist unverständlich.
•    Ihr Kind kann ins Familienstammbuch eingetragen werden, auch wenn es unter 500 g Geburtsgewicht hatte.
•    Sie brauchen keine Sterbeurkunde. Wenn die Gemeinde, in der Sie beisetzen wollen, ein Dokument verlangt, so lassen Sie sich vom Arzt eine „Unbedenklichkeitserklärung“ ausstellen.
•    Wenn Sie selbst einen Sarg gestalten wollen, können Sie diesen über einen Bestatter oder günstig über die Klinikseelsorge bestellen – aber auch eine einfache selbstbemalte Holzkiste ist möglich, wenn sie verrottbar ist und keine giftigen Substanzen enthält.


Trauerfeier und Bestattung der nicht-bestattungspflichtigen Kinder

Die Trauerfeier und Bestattung der nicht-bestattungspflichtigen Kinder findet ab 2019 jedes Jahr am letzten Sonntag im November auf dem Homburger Hauptfriedhof statt. 

WICHTIG! Die offizielle Einladung zur Trauerfeier erhalten Sie nur dann, wenn Sie dies auf dem Bestattungsformular angekreuzt haben! Selbstverständlich dürfen Sie auch ohne Einladung kommen, wenn Ihr Kind mit bestattet wird!

Die Klinikseelsorge Homburg und der Gespächskreis Sternenkinder gestalten die Trauerfeier in der Kapelle. Nach der Trauerfeier werden die kleinen Kinder auf dem eigens für sie angelegten Grabfeld beerdigt. Am Grab dürfen Sie selbstverständlich auch Blumenschmuck, eine Laterne oder ein Stofftier niederlegen - natürlich auch mit dem Namen ihres Kindes! Auf dem Grabfeld in Homburg ist eine dauerhafte Anbringung von Namensschildern leider nicht möglich. Sie können auch Ihr eigenes Abschiedsritual durchführen - z.B. Luftballons steigen lassen.


Anfahrt

Friedhofstrasse ganz rechts auf der Karte


Ansprechpartner:

Klinikseelsorge
Evangelisch: 06841/16-27450, Wochenende: 0160/91444370
Katholisch: 06841/16-27455, Wochenende über die Pforte der Inneren Medizin: 06841/16-3000
Email (ev.): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gesprächskreis Sternenkinder (Elterninitiative)

Silke Eisler (06894 9491671, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )

Andrea Heisler (06332 897478, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )

Birgit Bimperling (06841 1614 161, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )



Klinik für Frauenheilkunde
Station FR 01: 06841/16-28160
Station FR 02: 06841/16-28190

Institut für Allgemeine und Spezielle Pathologie
Ansprechpartner: Birgit Bimperling
Telefon: 06841/16-14161

Tod kurz nach der Geburt

Abschied nehmen

Das Allerwichtigste: Lassen Sie sich bei allem die Zeit, die sie brauchen! Überstürzen Sie nichts!

Leider sind nicht immer alle Ratschläge umsetzbar – fragen Sie bitte eine Pflegekraft oder Ärztin!

Sie können Ihren Partner mit aufnehmen lassen oder fragen Sie nach einem Platz im Ronald-McDonald-Haus!

Sie haben das Recht auf die Nachsorge durch eine Hebamme!

Keine Scheu die Klinikseelsorge zu rufen! Die Seelsorge hat auch am Wochenende eine Rufbereitschaft! Fragen Sie die Pflegekräfte.

Wir raten: Schauen Sie Ihr Kind an, berühren Sie es, nehmen Sie es auf den Arm/in die Hände! Alleine, in Ruhe und ohne Zeitdruck. Auch bei Fehlbildungen keine Angst! Die Erfahrung zeigt, dass fast alle Eltern froh waren, ihr Kind gesehen zu haben! Lassen Sie auch Ihre Familie Abschied nehmen!

Schaffen Sie sich Erinnerungen so viele Sie kriegen können – jede einzelne ist später ein kostbarer Schatz!

  • Viele Fotos machen – auch mit Mama, Papa, Geschwister, Händen, Füßen (es gibt hier auch eine Digital-Kamera – fragen Sie danach!)
  • Hand-, Fußabdruck und evtl. Haarlocke
  • Namensbändchen
  • Namenskarte mit Größe, Gewicht, Geburtszeit


Möchten Sie Ihr Kind selbst waschen und anziehen? Sie können ihre eigenen Kleider mitbringen. Für die ganz kleinen Frühchen gibt es aber auch die Möglichkeit, Kleider von den Hebammen zu bekommen - fragen Sie im Kreisssaal nach!

Sie können Ihr totes Kind segnen lassen – vom Klinikseelsorger oder vom Geistlichen Ihrer Wahl!

Wenn Sie Ihr Kind evtl. auch am nächsten Tag noch mal sehen wollen, teilen Sie dies dem Klinikpersonal rechtzeitig mit! Denn die Leichen werden morgens am darauffolgenden Tag von der Pathologie abgeholt. Wenn die Mutter nicht zum Kind kommen kann, sollte es möglich sein, das Kind zur Mutter in die Frauenklinik zu bringen. Wenn es dabei Probleme gibt, wenden Sie sich an die Klinikseelsorge oder an mich!

Ihr behandelnder Arzt informiert Sie ausgiebig darüber, welche Erkenntnisse eine Obduktion bringen kann – sollten Sie dennoch keine Obduktion wünschen, müssen Sie dies der Klinik innerhalb 12 Stunden mitteilen!

Haben Sie den Mut, die Beisetzung ihres Babys so zu gestalten, wie Sie das möchten und es Ihnen gut tut! Ideen:

  • Vielleicht möchten Sie Ihrem Kind ein kleines Geschenk mitgeben wie Blume, Brief, Bild, Seidentuch teilen, einen Teil zum Kind, einer bleibt bei Ihnen
  • Sie können auch einen Sarg selbst gestalten
  • Fragen Sie eine vertraute Person, ob Sie den Sarg/die Urne tragen würde
  • Am Grab: Luftballons steigen lassen, nehmen Sie bunte Blumen, Gedicht oder Brief lesen, Musik, …
  • Weitere Infos zur Bestattung finden Sie hier.


Informationen und Beratungsstelle bei Frühgeburt

www.saling-institut.de