Sternenkinder Homburg

Möglichkeiten der Bestattung

Bestattungsrecht

Der Bereich Bestattungsrecht/Leichenwesen ist Ländersache, d.h. jedes Bundesland hat seine eigenen Bestattungsgesetze und -verordnungen, die z.T. erheblich voneinander abweichen.
Allen Bestattungsgesetzen gemeinsam ist die Bestattungspflicht für menschliche Leichen. Als menschliche Leichen gelten u.a. neben verstorbenen Kindern, die lebend geboren wurden (unabhängig vom Körpergewicht) auch Totgeburten, das sind totgeborene Kinder mit einem Gewicht von mindestens 500 g. Für Fehlgeburten (= totgeborene Babys unter 500 g) besteht zwar keine Bestattungspflicht, aber nach neuerer Auslegung durchaus ein Bestattungsanspruch der Eltern (s. St. Rixen „Die Bestattung Fehlgeborener Kinder als Rechtsproblem", FmRZ 1994, H. 7, S. 417 - 425).

Bezüglich der Abgrenzung der Begriffe Lebendgeburt/Totgeburt/Fehlgeburt orientieren sich die Bestattungsgesetze der Länder üblicherweise an § 31 der Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes. Werden Fehlgeborene Kinder nicht bestattet, dann haben die Kliniken die Pflicht, für die „hygienisch einwandfreie und dem sittlichen Empfinden entsprechende Beseitigung" zu sorgen (Beseitigungspflicht). Aber keinesfalls kann eine Klinik unter Hinweis auf die Beseitigungspflicht den Eltern die Bestattung einer Fehlgeburt verweigern. In solchen Fällen empfiehlt es sich, sofort einen Rechtsanwalt einzuschalten. Auch die Friedhofssatzung einer Gemeinde kann den Bestattungsanspruch der Eltern nicht außer Kraft setzen.

Da für Fehlgeburten keine Todesbescheinigung (Totenschein) ausgestellt wird, sollten sich Eltern, die ihr Fehlgeborenes Kind bestatten lassen möchten, die Fehlgeburt durch die Klinik bescheinigen lassen.
Eine eindeutige Verankerung des Rechts auf die Bestattung Fehlgeborener Kinder gibt es momentan nur in den Bestattungsgesetzen der Länder Hamburg und Bremen. Allerdings gilt dies nicht für Fehlgeburten, die innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Empfängnis erfolgten. - Die Entwicklung in den anderen Bundesländern ist derzeit durch entsprechende Gesetzesentwürfe noch im Fluss.

Text aus www.initiative-regenbogen.de

 

Bestattungsrecht im Saarland und in Rheinland-Pfalz:

Sie haben Bestattungspflicht:

  • wenn Ihr Kind gelebt hat (Nabelschnur pulsiert, Herzschlag, Lungenatmung) und dann gestorben ist - unabhängig vom Geburtsgewicht!
  • wenn Ihr Kind mit einem Gewicht über 500g tot geboren wurde
  • wenn Ihr Kind durch einen Schwangerschaftsabbruch tot geboren wurde und über 1000g wiegt (nur im Saarland!)

 

Sie dürfen Ihr Kind bestatten:

  • wenn es unter 500g wiegt und tot geboren wurde (nicht-bestattungspflichtig) - unabhängig von der Schwangerschaftswoche
  • wenn ihr Kind durch einen Schwangerschaftsabbruch tot geboren wurde und unter 1000g wiegt (nicht-bestattungspflichtig nur im Saarland!)

Wenn auch nur ein Elternteil ausdrücklich die Bestattung seines Kindes wünscht, ist diesem Wunsch nachzukommen!


Wenn Sie ein bestattungspflichtiges Kind haben,
  • müssen Sie einen Bestatter beauftragen, der die Leiche Ihres Kindes transportiert und Sie müssen sich um die individuelle Beisetzung Ihres Kindes kümmern - wie bei einem verstorbenen Erwachsenen auch. Sie können ein eigenes Kindergrab anlegen oder Ihr Kind bei einem Angehörigen mitbestatten lassen (Nachfragen bei Bürgermeister/Verwaltung wegen der Liegezeiten - meist darf nur bis zu einer bestimmten Liegezeit dazubestattet werden). Sie können eine Trauerfeier mit dem Gemeindepfarrer gestalten. Ich werde mich kundig machen, was dafür alles nötig ist - bis dahin fragen Sie bitte Ihren vertrauensvollen Bestatter! Empfehlungen für gute Bestatter finden Sie hier. Sie können einen Sarg für Ihr Kind selbst gestalten. Diese Rohholzsärge sind meist auch sehr günstig - Fragen Sie Ihren Bestatter! Empfehlenswerte Bestatter finden Sie hier.

 

Wenn Sie ein nicht-bestattungspflichtiges Kind haben,

  • haben Sie verschiedene Möglichkeiten:
1. Gemeinschaftliche Bestattung: Die meisten Krankenhäuser bieten eine kostenfreie gemeinschaftliche Bestattung an. Diese findet zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt, meist ein- oder zweimal jährlich.  Die Kinder werden bis zu diesem Zeitpunkt in der Klinik aufbewahrt. Meist sind die gemeinschaftlichen Bestattungen Feuerbestattungen. Es gibt meist eine Trauerfeier mit Beisetzung an der die Eltern, Verwandte und Freunde teilnehmen können. Die Termine erfahren Sie von den jeweiligen Krankenhäusern. Nähere Informationen zur Uniklinik Homburg finden Sie hier.
Es ist auch möglich, Ihr Kind auf einem anderen kostenfreien Grabfeld gemeinschaftlich beisetzen zu lassen, das z.B. näher an Ihrem Wohnort liegt. Dies geht nur in Absprache mit dem Krankenhaus, das das Grabfeld betreut. Eine Liste der Grabfelder finden Sie hier. Wenn Sie sich dafür interessieren, melden Sie sich bei mir.


2. Individuelle Bestattung ohne Bestatter: Sie können Ihr Kind selbst in Ihren Ort auf den Friedhof überführen, und dort eine individuelle Bestattung ganz nach Ihren Wünschen durchführen. Sie brauchen keinen Bestatter, da ihr Kind im rechtlichen Sinne keine Leiche ist. Wenn das Krankenhaus Ihnen dies zunächst nicht zugestehen möchte, wenden Sie sich an mich. In der Uniklinik Homburg/Saar wird diese Regelung schon seit mehreren Jahren praktiziert.
Sie brauchen einen kleinen Sarg oder Kiste, in der Sie ihr Kind transportieren können. Ein Särgchen zum Selbstgestalten können Sie bestellen (Manche Hersteller liefern aber nicht an Privatpersonen - Sie müssten dies über einen Bestatter oder die Klinikseelsorge bzw. evtl auch über die Hebammen der Klinik abwickeln) oder selbst eines aus einem kleinen Papp- oder Holzkistchen gestalten (es muss nur verrottbar sein). Sie können ein eigenes Kindergrab anlegen oder Ihr Kind bei einem Angehörigen mitbestatten lassen (Nachfragen bei Bürgermeister/Verwaltung wegen der Liegezeiten - meist darf nur bis zu einer bestimmten Liegezeit dazubestattet werden). Sie können eine Trauerfeier mit dem Gemeindepfarrer gestalten. Sie bezahlen nur evtl. anfallende Friedhofsgebühren, sowie den Totengräber, den Sie unbedingt brauchen.
 

3. Sie können einen Bestatter beauftragen, wie bei einem bestattungspflichtigen Kind auch (s.o.)!


Wie die Bestattung in der Uniklinik Homburg/Saar im einzelnen geregelt ist, können Sie hier nachlesen.


Bestattung im eigenen Garten?


Das Ministerium für  Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes teilte mir dazu folgendes mit:

Kinder, die nicht der Bestattungspflicht unterliegen, dürfen NICHT im eigenen Garten bestattet werden. Die Möglichkeiten, wie das Kind bestattet werden kann, nennt das Gesetz.

Entweder kann es auf Wunsch mindestens eines Elternteils auf einem Friedhof bestattet werden oder sofern die Eltern eine Bestattung nicht wünschen, ist es von der Einrichtung, in der die Geburt erfolgt ist, „hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen". (In Homburg und den meisten anderen Kliniken im Saarland bedeutet das, dass das Kind mit der gemeinschaftlichen Bestattung auf einem Grabfeld mitbestattet wird. Eine "Entsorgung" findet meist nicht mehr statt.)


Folgende Gesetze können Sie hier im Wortlaut nachlesen:

  • Verordung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes
  • Bestattungsrecht im Saarland
  • Bestattungsrecht in Rheinland-Pfalz
Stand 16.1.2011


Hilfe bei einem Todesfall (nicht speziell Tod von kleinen Kindern):
www.memoriam.de